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pressburg:ludwig

Christian Ludwig, Architekt

Christian Ludwig wurde am 26.03.1901 in Preßburg geboren. Sein Architekturstudium hat er 1925 in München abgeschlossen. Anfangs arbeitete er im Bratislavaer Atelier Wimmer – Szőnyi. 1928 hat er sich selbstständig gemacht. In den Jahren 1931-1932 wurde nach seinen Entwürfen (in Zusammenarbeit mit Augustín Danielis) das etwas traditioneller geprägte Lutherhaus erbaut. Zu seinen bekanntesten Bauten gehören das Hochhaus Manderla (1933-1934) und das Einkaufshaus Brouk (1935-1936). Es handelt sich um Bauwerke im funktionalistischen Stil, die bis heute den zentralen SNP-Platz in Bratislava mitprägen. 1944 hat die Famile Bratislava verlassen müssen. Christian Ludwig ist am 09.02.1967 in oberösterreichischen Linz gestorben. (QuelleN: Register modernej architektúry oA HÚ SAV / ECAV)

Einer der Söhne Ludwigs ist der bekannte österreichische Künstler Christian Ludwig Attersee (1940 in Bratislava geboren).

Sein Grab befindet sich in der Gruft der Familie Ludwig auf dem evangelischen Friedhof am Gaistor (Städtisches Denkmalamt Bratislava).

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Auszüge aus historischen Presseveröffentlichungen

Christian Ludwig war ein Anhänger der Moderne nicht nur in der Architektur, sondern auch im Sport. Am 21.07.1934 berichtet das Neue Preßburger Tagblatt (difmoe.eu: Erfolgreiche Beteiligung unserer Motorbootfahrer an der wien-Budapester Motorbootwettfahrt und an den anschließenden Motorbootrennen in Budapest (…) …das Autbord-Schnellboot „Satyr“ unseres bekannten Architekten Ing. Christian Ludwig. (…) Sehr interessant gestaltete sich der Start der Autbordboote, die am zahlreichsten vertreten waren. Hier gelang es Christian Ludwig, sich sogleich an die Spitze des Feldes zu legen und die Führung über die ganze Strecke überlegen beizubehalten. Er hatte bald sämtliche kleine Boote überholt und passierte als erster um 2 Uhr und 2 Minuten das von einer zahlreichen Zuschauermenge besetzte Ziel bei der Elisabethbrücke in Budapest. (…) Das „Blaue Band der Donau“ erhielt das Wiener Boot (Alfred v. Foest) für die beste gefahrene Zeit (3 Stunden 37 Minuten), da es um eine Stunde später gestartet war als Ludwig. Ludwig wurde absoluter Zweiter, gewann jedoch nebstbei den ersten Preis in seiner Kategorie und den Ehrenpreis der Stadt Gran für das erste diese Stadt passierende Boot. Es war dies gewiß eine ganz hervorragende Leistung für so ein kleines Boot mit einem bloß 40 PS leistenden Motor im Vergleiche mit dem großen Boot Afreds Foests, dessen Motor 125 PS leistet. An den Budapester Motorbootrennen konnte sich Arch. Ludwig gleichfalls mit schönem Erfolg beteiligen und gewann am Samstag, den 14. d., das große 100-Kilometer-Rennen der Touren-Boote um die Insel Szent Endre trotz mehrfachen Auffahrens in den zahlreichen Untiefen des Donauarmes, die leider nicht ausgesteckt waren. Einen weiteren schönen Sieg erfocht er nach hartem Kampf in dem Schnelligkeits-Touren-Rennen der 1000-Kubikzentimeter-Klasse über zweimal 10 Kilometer vor der Margarethen-Insel am 15. d., in welchen er den einen Lauf als Zweiter, den zweiten Lauf nach hartem Kampf als Erster beendete und laut Punktwertung auch aus diesem Wettkampf als Sieger hervorging. (…) An den Budapester Rennen nahm auch ein zweites Preßburger Boot teil, u.z. das kleine Rennboot „Cyklon“ Rudi Manderlas.

Im elektronischen Archiv von DIFMOE findet man eine sehr umfangreiche Sammlung von Urkunden und Lichtbildern (Personen, Bauwerke) von Christian Ludwig: difmoe.eu.

pressburg/ludwig.txt · Zuletzt geändert: 2025/03/29 11:34 von redaktion