Die Pionierin der slowakischen Kunstgeschichte wurde als Günther Erzsébet 1905 in Pozsony/Preßburg geboren und wuchs in einer überwiegend ungarischsprachigen Familie auf. Nach der Gründung der Tschechoslowakei erlernte sie die slowakische Sprache. Zwischen 1923 und 1930 fertigte sie Entwürfe für Werbeplakate der tschechoslowakischen Schuhproduktionsfirma Baťa und das Modehaus Tausky und Söhne an (eine Auswahl ihrer Werke aus dieser Zeit: Web umenia SNG). In den 1930er Jahren arbeitete sie dann als Kustodin im Bratislavaer Stadtmuseum. Ende der 1930er und in der ersten Hälfte der 1940er Jahre arbeitete sie für das Slowakische Nationalmuseum und war maßgeblich an der Erfassung und Katalogisierung der Denkmalobjekte beteiligt. Für die Arisierungsbehörde hat sie Verzeichnisse von Kunstobjekten erstellt, die der klerikal-faschistische slowakische Staat seiner jüdischen Bevölkerung gestohlen hat. Nach dem 2. Weltkrieg sollte ihr deutscher Ehemann Erik Günther, der als Richter in Brünn tätig war, abgeschoben werden, was sie verhindern konnte. Dennoch wurde er nach der kommunistischen Machtübernahme verhaftet und kam unter ungeklärten Umständen im Gefängnis Leopoldov 1949 ums Leben. 1952 wurde Alžbeta Güntherová-Mayerová im Rahmen der Aktion B (B wie byty, Wohnungen) aus der Hauptstadt Bratislava in die Südostslowakei versetzt und ihr Haus wurde beschlagnahmt. Zunächst sollte sie im Ort Husiná als Melkerin eingesetzt werden. Wegen Personalmangels wurde sie jedoch zur Verwalterin des beschlagnahmten Schlosses in Betliar und der Burg Krásna Hôrka in der Region Gemer/Gömör ernannt, die sie für museale Zwecke retten konnte. Nach 3 Jahren konnte sie nach Bratislava zurückkehren, wo sie als Universitätspädagogin arbeitete. Sie durfte allerdings nicht in ihrem alten Haus im Schlossgrund wohnen, sondern bekam eine Ein-Zimmer-Bleibe in einem Studentenheim zugewiesen, wo sie auch mit ihrem Sohn lebte. Alžbeta Güntherová-Mayerová starb 1973 an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Seit 2008 verleiht das Denkmalschutzamt der Slowakischen Republik alljährlich den nach ihr benannten Preis „Cena A. Güntherovej-Mayerovej“ (Cena A. Güntherovej-Mayerovej).
Am 12.12.2024 hat das Bratislavaer Theater DPOH das Theaterstück "Bratislavské srdce" von Anna Grusková uraufgeführt, in welchem die Geschichte von Alžbeta Güntherová-Mayerová aufgearbeitet wird. Kay Zeisberg vom Auslandssender Radio Slowakei International hat über das Stück eine Reportage vorbereitet, die am 06.02.2025 gesendet wurde.